A1 Funktürme müssen österreichisch bleiben

A1 Funktürme müssen österreichisch bleiben

Regulierung und Gier der Eigentümer vernichten hochwertige österreichische Arbeitsplätze

A1 Betriebsratschef Werner Luksch zeigt sich erfreut darüber, dass nun viele Menschen erkennen, wie wichtig A1 für den Wirtschaftsstandort Österreich ist und dass „PRIVAT“ bei wichtigen Leit- bzw. Infrastrukturbetrieben nicht besser ist als der STAAT!
„Derzeit möchte man anscheinend die Braut schmücken, anstatt die so dringend notwendigen Investitionen für die Zukunft von A1 und Österreich zu tätigen. Sparwut und ungezügelte Gewinnoptimierung gehen ungeniert weiter!“ hält Luksch eingangs fest.

Siehe diesen Beitrag auch in der APA-Aussendung vom 4. Oktober 2021.

Auf die Frage betreff eines möglichen Verkaufs der Mobilfunkmasten und einer Verlagerung der Arbeitsplätze nach außen, sagt Luksch: „Der Verkauf ist grundsätzlich eine Entscheidung der Eigentümer und das verantwortliche Management folgt dem internationalen Branchen-Trend! Für uns ist es ein ungeheuerlicher Skandal, dass wir uns überhaupt damit befassen müssen. In Wahrheit ist es das Ergebnis der seinerzeit vielgelobten Privatisierung der damaligen Regierung mit einem so beliebten und feschen Finanzminister, einem Bundeskanzler mit Mascherl und dem Versprechen einer sogenannten Volksaktie für Österreich. In der heutigen Realität angekommen ist ein mexikanischer Mehrheitseigentümer ein Faktum und von einer Volksaktie sind wir meilenweit entfernt. Auch die Industriellenvereinigung forderte einst eine 100% Privatisierung. Die einzigen, die dem schon damals eine klare Absage erteilten, waren wir Personalvertreter und Gewerkschafter! Unsere Haltung dazu haben wir seinerzeit eindrucksvoll in der ÖIAG und bei Gewerkschaftsveranstaltungen, wie „Ausverkauf nicht mit uns“, bewiesen! Wir haben erlebt was eine kollektive Belegschaft mit Unterstützung der Gesellschaft bewegen kann. Es ist uns damit gelungen die Regierung davon zu überzeugen, wie wichtig die 28,4% Staatsbeteiligung an der Telekom Austria AG ist. Damit wurde eine Totalprivatisierung verhindert.“

„Anders war und ist die Einstellung bei der ÖBAG. Dort wurde von Anfang an verstanden, wie wichtig Leit- bzw. Infrastrukturbetriebe für den Wirtschaftsstandort und die österreichische Volkswirtschaft sind! Meine derzeitigen Informationen sind, dass die ÖBAG keinen Auftrag für einen Verkauf bzw. eine Privatisierungen hat. Ich hoffe, diese positive Haltung gilt auch für unsere Funktürme oder andere Infrastruktur.“, so Luksch weiter.

Zur Vorgangsweise Arbeitsplätze nach außen zu verschieben, meint Luksch: „Die Sparwut unseres Mehrheitseigentümers ist schon sehr ausgeprägt. Jobs auszulagern gefällt uns natürlich überhaupt nicht, aber mit dem müssen wir leider schon lange Zeit leben. Erste Ansätze dazu gab es schon vor der Fusion mit der Telekom Austria in der damals erfolgreichen mobilkom austria AG. Wenn das aber aufgrund von Eigentümerentscheidungen nicht zu verhindern ist, dann ist uns besonders wichtig, gute sozialverträgliche Lösungen für betroffene KollegInnen zu erreichen. Hier geht es um persönliche Schicksale und jede/r Betroffene verdient die beste Lösung. Diesen Auftrag nehmen wir sehr ernst! Auch ist es wichtig, dass es sich um keine sogenannten „Schlüsseljobs“ handelt und es zu keinem Verlust der Qualität am Kunden kommt!“

Angesprochen auf den Vorwurf, die A1 Personalvertretung bzw. die Verantwortlichen für über 10.000 A1 Beschäftigte hätten „etwas verschlafen“, antwortet Luksch energisch: „Sind wir mittlerweile für den Syndikatsvertrag verantwortlich oder führen wir gar die A1? Unsere Aufgaben sind es, unsere A1 KollegInnen bestmöglich zu servicieren, vor Kündigungen zu schützen und sozialverträgliche Lösungen auszuhandeln. Unsere Erfolge können sich durchaus sehen lassen. So konnten wir zum Beispiel die Kurzarbeit, verbunden mit enormem Druck des mexikanischen Eigentümers diese bei A1 einzuführen, erfolgreich abwehren. In diesem Zusammenhang wurde uns vorgeworfen, dass Mitbewerber trotz guter Ergebnisse die Kurzarbeit eingeführt hatten. Wir kämpfen für beste Rahmenbedingungen für unsere KollegInnen, denn nur so ist es möglich unseren Kunden das beste Service bzw. ein Premiumservice zu bieten. Ich denke, auch mit unserer neuen Home-Office Vereinbarung haben wir eine weitere Vorreiterrolle in der modernen Arbeitswelt, passend zu unserem Business, eingenommen.“

Auf die Frage was sich der Betriebsratschef wünsche, antwortet Luksch: „Mein Wunsch wäre eine Re-Verstaatlichung im Sinne einer rein österreichischen Mehrheitsbeteiligung. A1 ist ein enorm wichtiges Infrastrukturunternehmen in Österreich! Es geht auch anders, andere Betriebe zeigen es uns eindrucksvoll vor. Als Beispiel möchte ich die „Drittel-Lösung“ der OMV anführen: eine Partnerschaft auf Augenhöhe mit gleichwertigen Beteiligungsverhältnissen. Daher muss bei den bevorstehenden Syndikatsverhandlungen ein besonderes Augenmerk auf diese Forderungen gelegt werden! Sollten sich mit AMX, dem mexikanischen Mehrheitseigentümer bei A1, die österreichischen Ziele als nicht umsetzbar herausstellen, so wäre es an der Zeit, Verkaufsgespräche im Sinne des Ausbaus der österreichischen Beteiligung zu führen.“

Abschließend fordert Luksch: „Anstatt die Dividende zu erhöhen erwarten wir bei den anstehenden Kollektiv- & Gehaltsverhandlungen einen ordentlichen Abschluss. A1 schreibt hervorragende Zahlen, die KollegInnen haben tolle Arbeit geleistet und das gehört honoriert! Das tägliche Leben wird laufend teurer, besonders Gas/Strom, Mieten und Verkehr. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Übernahme von Leiharbeits-KollegInnen, die fünf Jahre oder länger bei uns tätig oder älter als 50 Jahre alt sind.“

Rückfragen & Kontakt:
A1 Telekom Austria AG
Werner Luksch
Vorsitzender Zentralausschuss
Stv. Vorsitzender der Kommunikationsgewerkschaft A1
mobile: +43 664 66 23428
werner.luksch@a1.at

Siehe dazu auch den Beitrag in der Kronen Zeitung.